Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Folge meines letzten Blogbeitrages will ich heute der Frage nachgehen, ob es einen freien Willen gibt.

Nahezu sämtliche Philosophen und Religionen gehen von der Tatsache eines freien Willens aus. Es wird nie gefragt, was denn den Willen frei macht und ob er überhaupt frei sein kann. Ausgehend von der im letzten Beitrag dargestellten doppelten Natur des Willens, will ich nun zeigen, dass es keinen freien Willen geben kann.

Nur wenn wir akzeptieren, dass der Wille zur Entfaltung der eigenen Potentiale bereits vor der Inkarnation der Seele entsteht, kann es vielleicht sinnvoll sein, von einem freien Willen zu sprechen.

Zusammenfassung

Im letzten Beitrag habe ich unterschieden zwischen dem Willen zu leben und sich zu entfalten und dem Willen des Ego der Identifikationen, der darin besteht, sich für eine von mehreren Möglichkeiten zu entscheiden.

Es ist leicht zu erkennen, dass der mit dem Leben verbundene Wille zur Entfaltung kaum als frei betrachtet werden kann. Nur unter einer Bedingung kann er überhaupt als frei gesehen werden, die ich benennen werde.

Ob der Wille, sich für eine oder eine andere Sache zu entscheiden, etwas mit Freiheit zu tun hat oder überhaupt haben kann, muss zumindest näher betrachtet werden. Ich werde darstellen, warum ich es für unmöglich halte.

Die Illusion der freien Entscheidung

Stelle Dir vor, Du sollst oder musst Dich für etwas entscheiden. Zum Beispiel für eine von zwei alternativen Stellenangeboten, oder für eines von zwei möglichen Häusern, für einen von drei möglichen Partnern, für einen Konzert- oder einen Schauspielbesuch, für oder gegen den Besuch eines bestimmten VHS-Kurses. Es ist völlig egal, nimm irgendwelche konkreten Fälle aus Deinem Leben. Wichtig ist, dass Du die Entscheidung ganz allein und nur für Dich treffen musst.

Sei Dir klar darüber, dass Du mit Deiner Entscheidung ausdrückst, was Du willst: diesen oder jenen Job, diese oder die andere Wohnung, den gewählten Partner usw. Was meinst Du, ist der so ausgedrückte Wille frei? Ich vermute, Du wirst sofort Ja sagen, weil Du nicht beeinflusst wurdest und niemand Dich zu gerade dieser Entscheidung gezwungen hat.

Und jetzt spüre einmal ganz tief und an der Wahrheit interessiert in Dich hinein. War diese Entscheidung wirklich frei getroffen? Für mich ist Freiheit viel mehr, als nur die Möglichkeit, sich nach seinem Willen zu entscheiden. Nach meinem Verständnis ist wahre Freiheit die Unabhängigkeit von jeder Art von Glaubenssätzen, Moralvorstellungen, gesellschaftlicher Anerkennung und Programmierung, von Erziehungsmustern und jeder Art von Prägung.

Vielleicht wird Dir jetzt klar, dass Du Deine Entscheidung nicht frei getroffen hast. Vielleicht kannst Du jetzt erkennen, dass Vorlieben, bestimmte Werte, Gewohnheiten, Glaubenssätze, Gefallsucht oder was sonst für unbewusste Muster die scheinbar freie Entscheidung beeinflusst haben.

Wenn Du wissen willst, was Dich geprägt hat, woran Du glaubst und woran nicht, welchen Idealen Du zustimmst und welche Du ablehnst, welchen Regeln Du gehorchst und welchen Du widersprichst, welche vermeintlichen Autoritäten Du akzeptierst und welche nicht, dann hinterfrage Deine Entscheidungen. Sie sagen viel über Deine unbewussten Steuerungsmechanismen aus.

Folge dem Willen der Seele

Vielleicht stellst Du aber auch fest, dass kein Erziehungsmuster, keine Gewohnheit, keine Wertung, kein vorgefasster Glaube, keine Angst vor irgendetwas Deine Entscheidung beeinflusst hat. Dann bist Du wahrscheinlich in der glücklichen Lage, dem Willen Deiner Seele nach Entfaltung Deines Potentials, nach körperlicher, seelischer und geistiger Entwicklung gefolgt zu sein.

Möglicherweise denkst Du jetzt sofort „Ja, so ist es, aber damit bin ich auch nicht frei in meiner Entscheidung“. Das stimmt, denn die Seele hat sich bereits vor der Inkarnation entschieden, was sie in diesem Leben will. Und trotzdem bist Du nur dadurch frei, dass Du eigentlich keine Wahl hast, weil Du aus einem inneren Antrieb heraus genau das tun musst, was Du gerade tust. Damit sind die Entscheidungen im Grunde schon festgelegt und die Freiheit besteht gerade darin, dass Du Dich von nichts und niemandem beeinflussen lässt.

Nichts und Niemand kann Dir vorschreiben, was Du zu tun und zu lassen hast, wenn Du deinem Wesen, Deiner Seele treu bleibst und deren Willen tust. Kein Staat, keine Polizei, keine Vorschrift können Dich von Deinem Weg abbringen. Wenn Du dem Willen Deiner Seele folgst, bist Du auch automatisch in der Liebe und arbeitest zum Wohl allen Lebens.

Ob die Seele sich vor der Inkarnation frei entscheiden kann für die Talente und Potentiale, die sie in dem bevorstehenden Erdendasein entwickeln will, hängt davon ab, ob sie einem langfristigen Entwicklungsplan folgen muss. Wenn sie jede Inkarnation wie aus einem Kursangebot wählen kann, dann ist dieser so getroffene Wille tatsächlich frei. Folgt sie aber einem Entwicklungsplan, wie Schüler einem Lehrplan folgen, ist sie festgelegt. Dann gibt es keinen freien Willen.

Konsequenzen der Bedingtheit des Willens

Um erkennen zu können, was wir wirklich wollen, müssen wir in jedem Falle zu uns selbst kommen. Wir müssen erkennen, dass wir uns von Äußerlichkeiten haben leiten lassen, dass aber unser Kompass in uns selbst liegt.

Um ihn wieder frei zu legen und erkennen zu können, welche Pläne das Leben selbst für uns vorgesehen hat, müssen wir alle in der Tiefe unseres Unbewussten verankerten Glaubenssätze finden und uns von ihnen lösen. Gleichzeitig brauchen wir möglicherweise neue Glaubenssätze, die uns darin stärken, dem eigenen Wesen, der inneren Stimme oder der Berufung zu trauen und zu folgen.

Was kannst Du tun?

Wie schon gesagt, kannst Du die Bedingtheit Deiner Entscheidungen erkennen, wenn Du dazu bereit bist und Dir gegenüber ehrlich schaust und fühlst, was zu Deiner Entscheidung beigetragen hat.

Ich will hier nur stichpunktartig weitere Möglichkeiten anführen, die ich selbst angewendet und schon im letzten Blogbeitrag genannt habe.

  1. Fühle Dich so tief Du kannst in die Frage ein „Was würde ich tun, wenn ich mir um Geld keine Gedanken oder Sorgen machen müsste, weil ich immer genug davon habe?“
  2. Frage Dich, warum Du Deine bisherigen Ziele verfolgt hast und welche inneren Bedürfnisse Du damit erfüllen wolltest. Frage Dich auch, welches Bedürfnis vielleicht hinter dem vordergründigen Bedürfnis lag oder liegt, das gestillt werden sollte.
  3. Versuche, Dich in Deine Kindheitserinnerungen zurückzuversetzen und frage Dich „Was habe ich als Kind gern getan und unbedingt tun wollen? Was hat mich mit Freude erfüllt? Was für Motive habe ich dabei gefühlt?“
    Du hast vielleicht besonders gern Gespenstergeschichten gelesen, oder Abenteuerromane, oder Tiergeschichten oder Detektivgeschichten. Frage Dich, was Dich warum so daran fasziniert hat und in seinen Bann gezogen hat.
  4. Finde alle Situationen Deines Lebens, in denen Du tiefe Freude empfunden hast, die nicht von äußeren Ereignissen abhing, sondern aus Dir selbst aufstieg, einfach, weil die Situation so war, wie sie war.
  5. Sehr hilfreich sind Audiodateien mit Affirmationen, die mit sogenannten binauralen Beats arbeiten. Die binauralen Beats öffnen das Unbewusste und machen Dich besonders empfänglich für die Affirmationen.
    Wie binaurale Beats wirken und warum sie so gut helfen, findest Du zum Beispiel bei DM-Harmonics in drei kostenlosen Webinaren sehr gut erklärt.
  6. Ebenfalls bei DM-Harmonics gibt es einen sehr guten Onlinekurs speziell dafür, den eigenen Willen zu finden und zu festigen. Ich selbst habe sehr viel daraus für mein eigenes Leben mitgenommen und kann ihn nur empfehlen. Er dauert insgesamt 18 Stunden, die auf neun aufeinanderfolgende Tage aufgeteilt sind. Der nächste Kurs beginnt am 21. Mai und kostet nur 49 Euro. Andreas Bernknecht führt ihn jetzt letztmalig zu diesem niedrigen Preis durch.
    Wenn Du also ernsthaft daran interessiert bist, solltest Du diese Investition nicht scheuen.

Schlussbemerkung

Ich meine, es sollte deutlich geworden sein, dass es keinen freien Willen gibt. Auch wenn uns das paradox und unglaubwürdig erscheinen sollte, besteht die einzige Möglichkeit für echte Freiheit, darin, uns für die Liebe und das Leben zu öffnen. Dann kommen wir auch wieder in Kontakt mit unserem ursprünglichen Wesen, mit dem, was als Seele bezeichnet wird. Dann folgen wir deren Antrieb und Impulsen und erleben tiefe innere und bedingungslose Freude, weil wir das Leben selbst spüren.

Unser Leben gewinnt eine neue Qualität und entfaltet sich wie die Blume. Dann erwarten wir auch keine Zustimmung mehr von außen, weil wir wissen, dass wir das Richtige tun.

Die Zeit ist reif, uns aus allen gesellschaftlich auferlegten Fesseln und Bedingungen zu lösen, um unsere Individualität zu entwickeln. Nur so können Frieden und Freiheit die gesamte Menschheit erfassen und deren kollektives Bewusstsein ebenfalls weiten. Die daraus entstehenden Möglichkeiten für neue Formen des Zusammenlebens, des Arbeitens und der Entwicklung naturverträglicher Techniken sind derzeit nur im Ansatz erkennbar und zu benennen. Wer sich für die bereits erkennbaren Möglichkeiten interessiert, findet viele davon in meinem Buch „Befreiendes – Visionen für das Jahr 2040“.